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Kaufberatung Anhänger
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Sie schießen wie Pilze aus dem Boden: Fahrradanhänger in denen Eltern ihren Nachwuchs durch die Gegend chauffieren. "Ist das überhaupt erlaubt?" - Diese Frage hören diese Eltern wohl reichlich oft! Beim
Studieren der StVZO stößt man dann auf eine Unzahl von Paragraphen die dieses Thema behandeln: § 63 StVZO erlaubt, daß hinter "anderen Straßenfahrzeugen" (gemeint sind unter Anderem auch Fahrräder)
Anhänger mitgeführt werden dürfen. In einer zusätzlichen Erläuterung heißt es, daß ein technisch einwandfreier Fahrradanhänger mit geeigneten Sitzen ... für eine Personenbeförderung benutzt werden kann. So weit
so gut, aber, ist es denn auch sicher, die Kinder so zu transportieren? Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, da Statistiken zu diesem Thema fehlen. Aus meiner ca. 10 jährigen Erfahrung mit
Fahrradanhängern kann ich jedoch sagen, daß kritische Situationen nicht öfter auftreten, als beim Fahren ohne Anhänger. Der Sichtbarkeit dient bei allen gebräuchlichen Fahrradanhängern ein Wimpel, der im
Straßenverkehr zum Synonym für Kinder - und somit für erhöhte Vorsicht - geworden ist. Interessant ist, wie häufig man auf das Argument der Abgasbelastung im Fahrradanhänger trifft; aber ist diese wirklich höher,
als im Kinderwagen, in dem die Kinder ungefähr auf selber Höhe sitzen? Und wie ist es im Auto? Untersuchungen haben gezeigt, daß bei eingeschalteter Lüftung im PKW ganz erhebliche Abgasbelastungen auftreten.
Gegenüber einem Fahrrad-Kindersitz hat der Fahrradanhänger einen ganz entscheidenden Vorteil: Er kann durch das Strampeln des Kindes nicht umfallen, und genau das machen abgestellte Fahrräder nur zu gern.
Sollte je doch etwas passieren, dann sitzt das Kind in einem relativ sicheren Überrollkäfig und landet nicht gleich auf der Straße. Keine Angst sollte man vor dem anfangs ungewohnt breiten Gefährt haben. Bereits
nach kurzer Eingewöhnungszeit hat man sich an die neuen Ausmaße gewöhnt. Von Vorteil ist jedoch in jedem Fall ein kleiner Rückspiegel. Bei halbwegs vernünftiger Fahrweise ist auch das Umkippen des Anhängers fast
gänzlich ausgeschlossen. Durch die breite Spur fährt sich das Gefährt im Gegenteil auch bei schlechten Straßenverhältnissen sicher und stabil. Doch was hat dieses Gespann eigentlich für Vorteile? Immerhin
nimmt man ja in Kauf, daß das Kind nicht mehr direkt bei mir ist; außerdem kostet das Ganze ja doch eine Stange Geld. Am augenscheinlichsten ist der Vorteil beim Transport von zwei Kindern. Was beim Solofahrrad fast
zur Unmöglichkeit wird, ist beim Kinderanhänger völlig problemlos. Man setzt beide Kinder in ihre Sitze im Anhänger und hat sogar meist noch eine menge Platz für weiteres Gepäck. Spielzeug ist auch kein Problem.
Fällt etwas herunter geht es nicht auf nimmerwiedersehen in irgendeinen Straßengraben verloren. Klingt alles nicht schlecht, doch nach was für Kriterien suche ich mir nun einen für mich passenden Anhänger aus der
breiten Palette aus? Um diese Frage zu beantworten muß man etwas tiefer in die Technik eines Fahrradanhängers einsteigen:
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Deichsel
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Es gibt zwei grundlegende Unterschiede: Einmal den oben zwischen Sattel und Gepäckträger kuppelbaren Anhänger, und zum anderen den (meist) unten links in der Nähe der Hinterradachse zu befestigenden Anhänger.
Letztere Deichselform bietet vom Fahrverhalten unübersehbare Vorteile. Wie eine Studie vom RWTÜV Essen belegt hat, ist das Fahr- und insbesondere das Bremsverhalten bei unten gekuppelten Hängern bedeutend sicherer,
als bei den oben gekuppelten Modellen.
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Kupplung
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Bei den Kupplungen gibt es fast so viele Varianten, wie bei den Anhängern. Fast jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen. Dennoch vertrauen immer mehr Hersteller (gerade aus dem deutschen Raum) der Kupplung der
Fa. Weber. Ihre Vorteile hebt sie aus dem Feld der anderen Kupplungen hervor. Sie lässt sich an vielen Rahmenformen montieren, hat einen integrierten Ständer, ist per Bajonettverschluß einfach zu bedienen und ist
abschließbar. Als Nachteil ist zu werten, daß sie relativ groß und klobig ist, und daß nach dem Abkuppeln ein größeres Teil fest am Fahrrad verbleibt. Andere Kupplungen sind komplett vom Fahrrad lösbar, oder das
fest montierte Teil ist vergleichsweise klein. Die Sicherheit sollte gerade an diesem Teil besonders groß geschrieben werden. Das TÜV Geprüft Zeichen sollte obligatorisch sein. Haben Sie ein Herrenrad
mit Kettenschaltung mit dem Ständer direkt hinter dem Tretlager, so können Sie so ziemlich jede Kupplung problemlos montieren. Bei allen anderen Fahrradtypen kann es unter Umständen zu mehr oder weniger großen
Problemen beim Anbau geben. Deshalb sollte man zur Sicherheit immer das Fahrrad beim Anhängerkauf zur "Anprobe" mitnehmen. Zum Problem können Hinterbauständer, Nabenschaltungen, manche Damenrahmen (Mixte-
und Berceaurahmen), ausgefallene Hinterbauformen (Federungen) und einiges mehr werden.
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Rahmen
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Auch hier haben die Hersteller ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. So gibt es Aluminium- und Stahlrahmen mit Wannen aus Aluminium und Kunststoff - oder gar ohne Wanne, dafür mit beschichtetem Nylonstoffboden,
oder es wird eine selbsttragende Alu-Bauweise angewendet. Die unterschiedlichen Bauarten haben Einfluß auf das Gewicht und die unterschiedliche Nutzung. Ein Stoffboden ist z. B. denkbar ungeeignet für den Transport
von Lasten, dafür aber besonders leicht. Eine großformatige Wanne nimmt zwar viel Gepäck auf, steht aber der Faltbarkeit im Weg.
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Verdeck
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Beim Verdeck kommt es in erster Linie auf die Wasserdichtigkeit an. Kann man durch irgendwelce Spalte und Ritzen ins Innere des Anhängers sehen, so ist dem Regenwasser Tür und Tor geöffnet. Ein Teil des Verdeckes
sollte zu öffnen sein. diese Öffnung sollte mit einem dünnmaschigen Netz zum Schutz vor aufgewirbelten Steinen versehen sein. Letztendlich sollte man besonders der Verarbeitung des Verdecks einiges an Aufmerksamkeit
schenken, da sie einen besonders großen Einfluß auf die Lebensdauer hat.
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Sitze
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Die Sitze sind in der Regel Stoffsitze oder Kunststoffwannen. Stoffsitze sind nicht so ergonomisch, dafür federn sie Fahrbahnstöße besser ab und sind etwas leichter. Verschiedene Sitzpositionen werden angeboten:
gegenüber und nebeneinander. Beim Gegenübersitzen haben die Kinder mehr Ellenbogenfreiheit, können besser miteinander spielen, aber auch besser miteinander raufen. Außerdem ist bei dieser Bauweise das mittige Sitzen
eines einzelnen Passagieres nicht möglich. Diese Option verbessert die Kippstabilität. Diese leidet, wenn ein einzelnes Kind auf einer Seite sitzt.
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Fahrwerk
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Gefedert oder ungefedert ist hier die Frage. Dem deutlich höheren Komfort eines gefederten Anhängers steht ein höheres Gewicht und ein höherer Kaufpreis entgegen. Dennoch ist ein gefederter Anhänger bei schlechter
Wegstrecke oder bei starren Sitzwannen zu empfehlen. Nach diesen technischen Informationen noch ein paar allgemeine Tips: Der Preis ist wohl das entscheidendste Kaufkriterium. Trotzdem sollten sie bei der Auswahl
keine Anhänger unter ca. 400.- Euro einbeziehen Billigeren Anhängern mangelt es an der Verarbeitungsqualität und meist auch an der Sicherheit. Ein klappernder und rostender Anhänger, der ständig aus der Spur läuft
werden sich schnell die Freude verlieren. Beim Gewicht sollte man nicht ganz so scharf hinschauen. Ein Kilo mehr oder weniger ist bei dem Gewicht der gesamten Fuhre unwesentlich. Anhänger über 15 Kilo sind jedoch
entweder sehr groß oder leiden an Übergewicht. Bei aller Begeisterung sollte man den gewünschten Einsatzzweck nicht vergessen. Manche Anhänger sind für weit mehr, als nur den Kindertransport geeignet. Besonders
praktisch beim Einkauf sind abschließbare Deckel als Zubehör. Leicht und klein faltbar ist auf der Reise sinnvoll. Umbausätze, um aus dem Anhänger einen Kinderwagen zu machen, sind oftmals äußerst praktisch.
Andersherum wird jedoch kein Schuh daraus. (Jogging-) Kinderwagen mit angebauter Anhängerkupplung sind auf Grund des hohen Schwerpunktes, der schmalen Spur und des fehlenden Überrollbügels nicht geeignet. Achten
Sie auch auf eine Lichtausstattung gemäß StVZO. Dies bedeutet in aller Kürze: Zwei rote, nicht dreieckige Rückstrahler nach hinten. Auf beiden Seiten je ein gelber Reflektor und ab 80cm Breite eine weiße Leuchte
nach vorne und eine rote Schlußleuchte. Last but not least sollte Ihr Fahrrad unbedingt auf Grund des hohen Gesamtgewichts des gesamten Gefährtes besonders gute Bremsen haben. Fragen Sie ihren Händler, wie sie
mit Hilfe von besseren Felgen oder Bremsen Ihr Fahrrad aufrüsten können.
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Zu den Bildern
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Weitere Infos, auch zum Thema Hund im Radanhänger findet man bei Peter de Leuw
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